"Es muss nicht nur Beethoven sein" | Konzert mit Ulrich Rasche am 16.2.2020 um 17 Uhr in St. Joseph, Düsseldorf Holthausen

04.02.20 10:25
Bettina Winkel
Teaser Homepage Es muss nicht immer Beethoven sein 800 x 400 (c) Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen

“Es muß nicht nur Beethoven sein“
Das Jahr 2020 ist künstlerisch größtenteils durch den 250. Geburtstag von
Ludwig van Beethoven (1770-1827) geprägt. Der Zufall will es, dass denselben Geburtstag auch Johann Christian Heinrich Rinck (1770-1846) feiert. Als 2.Vorsitzender der Rinck-Gesellschaft, Darmstadt möchte ich besonders auch an sein Jubiläum denken, und seine meist unbekannten Werke aus der Tiefe des Schlummers zu erwecken. Beethoven und Rinck wirkten also in derselben Zeit, obwohl sie beide doch sehr unterschiedliche Ziele und Vorstellungen mit ihrem Kompositionsstil verbanden. Der revolutionäre Beethoven mit seinen Idealen von Freiheit und Brüderlichkeit verfolgte seine Ideen als gestrenger Meister ohne Wenn und Aber. Ganz anders ist das mit den Rincks Werken. In seiner Zeit war Rinck ein berühmter Mann, der hauptsächlich durch sein großes Orgelwerk und seine revolutionierende Methodik des Orgelspiels bekannt war. In einer Zeit, in der Bach fast vergessen war und nicht mehr gespielt wurde, war er der Pionier der Erneuerung der Orgelmusik, vor allem im Gottesdienst. Er schuf eine gänzlich neue Form des Orgelspiels und gab mit seiner „Orgelschule“ op.55 eine ganz neue Methodik in 6 Bänden heraus. Diese vielen kleinen Orgelstücke schrieb er meist für seine Schüler in den ersten drei Bänden. Die Bände 4-6 zeigen Rinck als Komponist der großen Orgelwerke mit erheblichen technischen Schwierigkeiten. Rinck gilt heute noch als „Großmeister der kleinen Orgelstücke“, die ja so schön leicht sind, und die man kaum üben muß. Aber das verfehlt natürlich die Intention des Komponisten, der ja auch für den Konzertgebrauch viele große Werke hinterlassen hat, die man ob der Schwierigkeit heute leider kaum im Konzertsaal hört. Zudem kommt noch ein umfangreiches Kammermusikwerk, Solokonzerte, Kantaten und Chorwerke.
Rincks Klangwelt war anfänglich noch die der Wiener Klassik, die wir mit Haydn und Mozart verbinden. Wenn wir Beethoven als Begründer der Romantik begreifen, so ist das bei Rinck in jedem Fall genauso. Die späten Rinckwerke lassen schon Mendelssohn und Schubert erkennen, und sind in ihrer harmonischen Ausweitung weit ihrer Zeit voraus.
Ich möchten diesen Geburtstag zum Anlass nehmen, eine Reihe von Konzerten unter dem Motto „Es muß nicht nur Beethoven sein“ (sondern auch Rinck) durchs ganze Jahr anzubieten, in denen wir von beiden viel Neues zu hören bekommen. Nicht nur Orgelwerke, sondern auch Kammermusik, Lieder und Orchesterwerke kommen zu Wort.
Das 1. Konzert zu diesem Motto ist als Orgelkonzert geplant. Am So. 16.02.2020 um 17.00 Uhr in St. Joseph, Holthausen erklingen Werke von Beethoven und Rinck.
Das 2. Konzert findet am Sonntag, 26.04.2020 um 17.00 Uhr in der Stephanuskirche statt. Dargeboten werden auch hier Orgelwerke von Rinck und Beethoven.
Das 3. Konzert ist ein Chor-und Kammerkonzert, gleichzeitig das Hauptkonzert der Rinck-Gesellschaft, mit vielen Überraschungen. Es findet statt am Sa, 20.06.2020 um 19.00 Uhr in der Klarenbachkirche in Holthausen.
Ich freue mich auf viele Besucher, und beachten Sie bitte die weiteren Termine.
Ich wünsche allen noch ein frohes neues Jahr mit viel Gesundheit.
Ulrich Rasche